Case Study: Henkel
Unternehmenskultur messbar gemacht mit Mavie EAP. Wie Henkel mentale Gesundheit strukturell verankert, für Büro und Produktion erreichbar macht und die Performance seiner Unternehmenskultur misst.
Verfasst von:
Mavie Redaktion

Ausgangslage
Henkel beschäftigt in Österreich rund 800 Mitarbeiter:innen, verteilt auf vier Standorte zwischen Wien und Vorarlberg. Die Belegschaft ist gemischt: Büro und Produktion, Tages- und Schichtdienst. Daraus ergeben sich drei Herausforderungen, die nicht jedes BGM-Programm lösen kann:
- Produktion erreichen. Intranet und E-Mail laufen an der Produktion vorbei. Eine Stunde Pause für ein Gesundheitsformat heißt: die ganze Linie steht.
- Hemmschwelle senken. Mitarbeitende warten oft zu lange, bis ein Thema so groß ist, dass es kaum noch zu bewältigen ist.
- Mentale Gesundheit verankern. Ein Programm, das nicht in der Organisation verankert ist, wird selten akzeptiert.
Das Unternehmen
Henkel Central Eastern Europe GmbH: ca. 800 Mitarbeiter:innen in Österreich
Standorte: 4 in Wien und Vorarlberg
Industry: FMCG, Klebstoffe (Industrie und Konsumgüter)
Partnerschaft mit Mavie Work: Mavie EAP seit 20 Jahren, Mavie Fit15

Die Lösung
Herzstück der Partnerschaft ist das Mavie Employee Assistance Program: anonym, kostenlos und unverbindlich, für berufliche wie private Themen gleichermaßen. Henkel platziert bewusst auch kleine Anlässe für eine EAP-Beratung auf dem Employee Hub (Intranet), damit die Einstiegshürde sinkt: Gespräch mit der Führungskraft vorbereiten, Prüfungsangst, Lehrabschlussprüfung. Nicht jedes Anliegen muss eine Krise sein, um den Anruf bei Mavie wert zu sein.
Das Wichtigste ist die Möglichkeit, ganz egal um welches Thema es geht, dass jemand da ist, den der/die Mitarbeiter:in kostenlos und unverbindlich kontaktieren kann.
Tina Thallinger, Head of HR Austria, Henkel

Die Umsetzung
Ein Angebot allein reicht nicht. Henkel verankert Mavie EAP über drei parallele Hebel in der Organisation:
1. Alle erreichen: Büro und Produktion
Büro: Intranet, Newsletter, Town Halls.
Produktion: Der Betriebsrat ist der wichtigste Kanal. Freigestellte Betriebsräte sind natürliche Vertrauenspersonen. Dazu kommen Flyer, Karten und Poster in Pausenräumen.
Wenn eine Stunde Pause nicht geht, wird das Format kürzer: 4 x 15 Minuten statt einer Stunde, integriert in Town Halls und Off-Sites, die ohnehin stattfinden.
2. Führungskräfte als aktive Vorbilder
Gesundheit ist Teil der Leadership-Veranstaltungsreihen. Mavie ist regelmäßig als externer Speaker dabei. Coaching-Kompetenz wird im Leadership-Training geschult.
Führungskräfte sollten, was ihr Team betrifft, so sensibel sein, dass sie die Ersten sind, die merken, wenn die Balance gefährdet ist.
Tina Thallinger, Head of HR Austria, Henkel
3. Multiplikatoren in jedem Team
Das interne Mental Health Scout Programm bildet Mitarbeitende zu Ansprechpersonen für Gesundheitsthemen aus. Ziel: mindestens ein Scout pro 50 Mitarbeitende.
Scouts erkennen früh, wenn jemand Unterstützung braucht, und kennen den Weg zu Mavie. Flankierend: Kudos-Karten und Feedback for Growth stärken die Vertrauensbasis im Alltag
Kürzlich eingeführt: Mavie Fit15
15-minütige Online-Einheiten zu Bewegung, Ernährung und mentaler Balance. Kurz genug, um sie in dichte Arbeitsalltage einzubauen. Henkel nutzt Fit15 als Ergänzung zum Beratungsangebot, besonders dort, wo längere Formate nicht realistisch sind.
Für uns ist Mavie Fit15 eine sinnvolle Ergänzung zum Beratungsangebot. Das forcieren wir auch in der internen Kommunikation: Mach eine Pause. Geh ein paar Schritte oder nimm dir 15 Minuten Zeit für ein Thema, das dich persönlich interessiert.
Tina Thallinger, Head of HR Austria, Henkel
Was Mitarbeiter:innen konkret vom Mavie EAP haben
Tina Thallinger erzählt von einem Mitarbeiter mitten in einer Scheidungsphase – eine schwierige Situation für das Kind. Zwei Mavie-Beratungseinheiten haben gereicht, um das Thema in positive Bahnen zu lenken.
Was den Unterschied zu Hilfe durch Freunde oder Familie macht, ist nicht allein die Expertise. Es ist die Neutralität der Mavie-Berater:innen. Wer mit einer nahestehenden Person über etwas Belastendes spricht, filtert und möchte dem Gegenüber keine zusätzliche Last aufbürden. Bei den Experti:nnen von Mavie sind diese Filter nicht notwendig. Was wie eine Kleinigkeit klingt, ist für viele ein Wendepunkt.
Wenn da jemand ist, der völlig neutral ist, weil er einen nicht kennt, kann man einfach mal wirklich alles sagen, was einen belastet. Das hilft, Struktur reinzubringen. Belastendes wird bewältigbarer.
Tina Thallinger, Head of HR Austria, Henkel
Dass Mitarbeitende auch für private Themen auf Mavie zugreifen, wertet Henkel ausdrücklich als positives Zeichen. Mentale Gesundheit differenziert nicht zwischen Privat und Beruflich. Sie wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit im Job aus. Bei EAP-Beratungen ist Platz für jedes Thema: Teamkonflikte und Führungsdruck genauso wie Scheidung, familiäre Krisen oder Zukunftsangst.
Man kommt als Mensch in die Arbeit, nicht als Maschine. Wenn einen zu Hause etwas belastet, kann man das nicht an der Eingangstür zur Firma abschütteln.
Tina Thallinger, Head of HR Austria, Henkel

Die Ergebnisse
Wie Henkel Mitarbeitergesundheit misst
Henkel misst auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Kein einzelner Wert entscheidet. Im Zusammenspiel ergibt sich ein belastbares Bild, das quartalsweise neu bewertet wird.
Monatlicher Pulse Check mit 5.000 zufällig ausgewählten Mitarbeitenden weltweit. Misst Arbeitszufriedenheit, Sinnerleben und Führungsqualität. Auswertung quartalsweise auf Länderebene. |
Quartalsweise Executive-Committee-Review mit den klassischen HR-KPIs: freiwillige Abgänge, Kündigungsgründe, Turnover auf Ebene einzelner Business Units. |
Quartalsweise Executive-Committee-Review mit den klassischen HR-KPIs: freiwillige Abgänge, Kündigungsgründe, Turnover auf Ebene einzelner Business Units. |
Mavie EAP Reporting*: Beratungseinheiten, Nutzungsart (online, vor Ort) und Themenverteilung privat vs. beruflich. Völlig anonym, ohne Personendaten. Der Report von 2026 zeigt, dass die Akzeptanz des Services steigt (+78%), besonders bei Männern (+9 Prozentpunkte). Die Online-Nutzung ist von 40% auf 55% gestiegen. |
Ergebnisse in Zahlen*
Zahl | Details |
|---|---|
80% | Anteil private Themen, stabiler Wert bis jetzt |
+9 Pp | Nutzung durch Männer |
+78% | EAP-Nutzung |
+ 1/3 | Nutzung online |
2-3 | Sitzungen pro Person um Thema mit Mavie Berater:in zu lösen |
*Quelle: Mavie EAP Reporting 1.10.2024 – 30.9.2025 im Vergleich zu 1.10.2025 bis Ende April, hochgerechnet auf 12 Monate
Der entscheidende Indikator: mehr private als berufliche Themen
Die Themenverteilung im EAP ist für Henkel ein aussagekräftiger Qualitätsindikator über das Unternehmen. Wenn private Themen überwiegen, lesen HR und Geschäftsführung das als positives Signal: keine Häufung von Mobbing-Meldungen, keine systematischen Führungskonflikte, kein struktureller Druck, der Mitarbeitende das Unternehmen negativ betrachten und bewerten lässt.
Für uns als Unternehmen ist es immer ein gutes Zeichen, wenn der berufliche Beratungsanteil gering und der private Anteil hoch ist. Das bedeutet, dass die Vertrauensbasis da ist, der berufliche Rahmen stimmt oder es keinen Anlassfall gibt, der externe Unterstützung nötig macht.
Tina Thallinger, Head of HR Austria, Henkel
Der Pulse Check zeigt in den vergangenen Jahren einen messbaren positiven Trend bei Arbeitszufriedenheit und Sinnerleben. Die Themenentwicklung im EAP dient zusätzlich als Frühwarnsystem: 2025 war Selbstwert besonders präsent, Erziehungsthemen nehmen zu. Was sich bei Mavie zeigt, kann Henkel intern aufgreifen.

Key Learnings
✅ Niedrigschwellig ist essentiell. 2 bis 3 Einheiten klären ein Thema, Folge einer gezielt niedrigen Einstiegshürde.
✅ braucht eigene Formate. Der Betriebsrat ist der wichtigste Kanal. 4 x 15 Minuten ersetzen die volle Stunde Vortrag.
✅ Die richtige Kennzahl erzählt die Geschichte. Henkel liest die Themenverteilung, nicht nur die Nutzung. 80% private Themen heißt, die interne Zufriedenheitsquote ist stabil und zeigt die Unternehmenskultur.
Wenn es den Mitarbeiter:innen gut geht, wirkt sich das auf die Leistungsfähigkeit aus. Je weniger Sorgen man sich über private Themen machen muss, desto erfolgreicher kann der/die Einzelne bei Henkel sein.
Tina Thallinger, Head of HR Austria, Henkel
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