Vom High Performer zum Owizara: Gedanken zur Arbeitsmotivation?
Motivation im Job: zwischen Engagement und Resignation. Wir stellen uns die Frage, warum viele Arbeitnehmer:innen mit hoher Motivation in den Job starten, diese jedoch mit der Zeit verlieren. Während Sinnhaftigkeit und gute Führung langfristig motivieren, sorgen Stress, schlechte Firmenkultur und fehlende Kommunikation oft für Demotivation.
Author:
Mavie editorial team

Um die Motivation am Arbeitsplatz steht es schlecht: Nur 48 Prozent der Arbeitnehmer:innen geben laut einer aktuellen Umfrage an, sich im Job voll einzubringen. Fast jede:r dritte Befragte (29 Prozent) erklärt hingegen, derzeit nur "seinen Job zu machen" oder sogar demotiviert zu sein. Die Gründe für diesen Motivationsabfall sind vielfältig. Nelson Taapken von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die die Umfrage durchgeführt hat, nennt vier Hauptfaktoren: "Mangelnde Führungskompetenz, schlechte Firmenkultur, fehlende Kommunikation und zu viel Stress."
Macht Geld oder Sinn glücklich?
Psychologische Studien zeigen, dass vor allem die intrinsische Motivation zu einem glücklichen und produktiven Arbeitsleben führt. Während extrinsische Faktoren wie Gehalt, Prämien oder ein Firmenwagen kurzfristig motivieren, sind sie selten ausschlaggebend für langfristiges Engagement. Wer hingegen den Sinn in seiner Arbeit erkennt und das Gefühl hat, zu einem größeren Ganzen beizutragen, bleibt eher motiviert.
Fehlt diese Sinnhaftigkeit, sinkt das Engagement. Ein typisches Phänomen ist Quiet Quitting – Mitarbeitende, die nur noch das Nötigste tun, keine Initiative mehr ergreifen und Fehler eher übersehen, weil ihnen das berufliche Umfeld gleichgültig geworden ist.
Der Feind der Motivation: schlechte Chefs
Die Zahl der hoch motivierten Mitarbeiter:innen ist alarmierend niedrig: Nur 17 Prozent bezeichnen sich selbst als "hoch motiviert". Das deutet darauf hin, dass immer weniger Menschen ihre Arbeit als sinnstiftend empfinden. Gleichzeitig nehmen motivationsdämpfende Faktoren zu – insbesondere schlechte Führung. Laut einer Studie von UKG hat die Führungskraft für 69 Prozent der Beschäftigten einen erheblichen Einfluss auf ihre mentale Gesundheit. Schlechte Führung kann also nicht nur die Motivation, sondern auch das Wohlbefinden im Job drastisch verschlechtern.
Interessant ist, dass die meisten Arbeitnehmer:innen anfangs mit hoher Motivation in den Job starten, diese aber mit der Zeit verlieren. Expert:innen gehen davon aus, dass Beschäftigte typischerweise sieben Phasen durchlaufen – von der Anfangseuphorie als High Performer über den Owizara-Zustand (eine Art resignierte Gleichgültigkeit) bis hin zum stillen Rückzug (Quiet Quitting).
Weitere Gedanken zum Thema
Diese zahlen werfen eine Reihe von Fragen auf, die uns in Zukunft beschäftigen werden: Wie schnell passiert der "Absturz" vom High Performer zum Quiet Quitter? Sind dafür strukturelle oder individuelle Gründe ausschlaggebend? Was können Unternehmen konkret tun, um die Entwicklung zu erkennen, zu stoppen oder sogar umzukehren?
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